auch wenn die zürcher es nicht wahrhaben wollen: meine alte heimat bietet mehr als rüeblitorte, weisse socken und stau. zum beispiel das
grösste trickfilmfestival der schweiz. aus diesem grund verbrachte ich seit langem wieder einmal einen samstagabend in baden, und auch wenn ich mir momentan nicht vorstellen kann, dort zu leben: wunderschöne altstadt, wir haben gut gegessen, und in den bars muss man nicht damit rechnen, erstmal 10 minuten ignoriert zu werden, sondern wird ganz einfach freundlich bedient.
einige der vorgestellten filme werden diesen herbst auch in zürich gezeigt, unter anderem
interstella 5555, ein sehr spezieller animefilm zum album discovery von daftpunk.
brigitte - 15. Sep, 10:17
überraschungen sind etwas schönes. das wurde mir heute morgen wieder klar, als ich mich an den samstagmorgen des vergangenen wochenendes zurückerinnerte.
ich war soeben aufgewacht und hörte vom garten her stimmen, die mir bekannt vorkamen. ich stand auf, blickte aus dem fenster, sah erst den hund, dann den besitzer des hundes. und freute mich wie ein kleines kind, das soeben einen christbaum mit vielen geschenken darunter entdeckt hat.
später dann, als wir gemütlich beieinander sassen und plauderten: «wenn ich gewusst hätte, dass ihr vorbeikommt, hätte ich dir deine lieblingsschokolade mitgebracht. wieso hast du auch nichts gesagt!»
«ja aber wir wollten euch doch überraschen, da verzichte ich auch für einmal auf die schokolade.»
brigitte - 21. Aug, 12:17
es passiert mir immer wieder, dass ich in kleiderläden von anderen kundinnen angesprochen werde: «haben sie diese hose auch in 38? dieses t-shirt in rot?» ich weiss nicht, woran das liegt. vielleicht, weil ich keine sehr geduldige shopperin bin und immer eher zackig durch die geschäfte gehe.
dieses wochenende verbrachte ich in einem kleinen garni-hotel in süddeutschland, dessen besitzerin ich persönlich kenne. ich war schon mehrere male dort zu gast und kenne mich im hotel einigermassen aus. gestern morgen, kurz nach der ankunft eines reisebusses, kamen einige leute zur réception. ich sass in der eingangshalle und wartete auf jemanden, die hotelbesitzerin war gerade für einige minuten ausser haus, das zusätzliche personal nicht anwesend. eine frau kam auf mich zu und fragte: «können wir die schlüssel auf die theke legen?» ich bejahte. zwei minuten später fragte mich eine andere frau: «ist die bar geöffnet?» ich verneinte, zeigte ihr aber den getränkeautomaten. ihr begleiter erkundigte sich nach dem örtlichen telefonbuch. ich begab mich durch das büro hinter die réception, suchte nach telefonbüchern, fand sie, und legte sie dem mann auf die theke. er fragte mich: «sie sind schweizerin?» ich bejahte. er fragt weiter: «dann sind sie auch gast und arbeiten gar nicht hier?» ich lachte und sagte ja. er weiter: «dann können sie mir wahrscheinlich auch gar nicht sagen, in welchem dieser bücher ich jetzt die ortschaft x finde?» ich lachte wieder: «nein, das weiss ich jetzt wirklich nicht, wie gesagt, ich bin ja nicht einmal aus diesem land.»
brigitte - 17. Aug, 19:46
sang die liebe miss für mich. you really made my day!
liebe brigitte, um 22:57 war es soweit. spannenderweise konnte ich mehr vom "angel" text, als mir bewusst war. und ich hab nur für dich gesungen. das war der letzte song des konzerts und ich hab so schön gesungen, dass robbie fast geweint hätte. wirklich wahr.
der konzertbericht von knutsch steht noch aus, aber sie wird sich bestimmt auch noch dazu äussern und ich gehe davon aus, dass sie mich nicht
vergessen hat ;-).
danke, ihr seid einfach grossartig!
sind
- 20 stunden zugfahrt, die sich trotz schlecht funktionierender klimaanlage gelohnt haben
- faschierte laiberl, kren und vogerlsalat (3 begriffe die ich mir merken konnte)
- tischtennis- und volleyballturniere
- viel schilcher im buschenschank (und jetzt in meinem weingestell)
- eine bäckerei die 400 jahre älter ist als ich
- weinebene
- eine bootsfahrt auf dem wörthersee mit spontanem sprung ins wasser
- blaue flecken, weil es gar nicht einfach ist, in so ein boot zurückzukommen
- viele aha's unterwegs, da über vieles schon bei twoday gelesen, aber nie genau gewusst, um was es eigentlich ging
- nette menschen nach 2.5 jahren endlich mal wieder sehen

brigitte - 23. Jun, 00:23
wurde ich gestern morgen am hauptbahnhof gefragt.
bis zu einem bestimmten erlebnis vor einiger zeit habe ich diese frage immer ziemlich forsch mit einem «si, un pocito» beantwortet. ich habe nie spanisch gelernt, spreche aber italienisch, und habe mir in den jahren ein kleines spanisches vokabular angeeignet. zusammen ergab das dann eine mischung, mit der ich mich mehr oder weniger erfolgreich durch einen mexiko- und einige spanienurlaube schlug. italienisch reden und ab und zu an das ende des wortes ein «os» oder «es» hängen.
ich flog mit einer kollegin für ein wochenende nach barcelona und übernahm von anfang an die konversationen im hotel, im taxi, in den museen, den bars und restaurants. natürlich hätten wir uns mit den meisten spaniern auch auf englisch unterhalten können, aber wieso einfach, wenn es auch kompliziert geht?
wir sassen also abends in einem schönen fischrestaurant, waren mehr als satt, und ich wollte uns noch 2 carajillo bestellen (espresso mit likör, cognac o.ä.). und da wir noch ein haus weiterwollten, auch gleich die rechnung dazu. mir fiel nicht ein, was rechnung auf spanisch heisst, also probierte ich es in altbekannter manier: «2 carajillo e pagares, por favor» («pagares» weil «bezahlen» auf italienisch «pagare» heisst. und probehalber ein «s» hintendran). der kellner nickte und kam kurz darauf mit 2 espressi zurück. er ging zu einem schrank, kam mit einer hellen flasche zurück, schüttete davon je einen gutsch in beide tassen, und stellt sie uns hin.
meine kollegin entsetzt: «er hat baccardi in den kaffee geschüttet! das passt doch nicht.»
mir wurde sofort klar was passiert war. «bezahlen» hiess ganz einfach nicht «pagares», also machte er aus dem «pagares» «baccardi», denn touristen traut man jegliche geschmacksverirrung zu.
als erstes bekam ich einen lachanfall, dann klärte ich sie auf. «wir müssen den kaffee trinken, das ist sonst peinlich.»
«ich trink DAS DA ganz sicher nicht, aber du darfst meinen gerne dazutrinken.»
ich trank tatsächlich beide kaffees. einfach eklig, diese mischung. und dann fiel mir auch ein, dass man die rechnung in spanien mit «la cuenta» bestellt. meine kollegin fragte dann aber auf englisch danach, ihr vertrauen in meine spanischkenntnisse war gebrochen.
auch mein vertrauen, übrigens. und deshalb antwortete ich dem netten jungen mann, der mich gestern auf spanisch ansprach und nach einem bestimmten zug fragte, mit einem «no, but do you speak english?»